Dienstag, 4. Februar 2014

Sorry, keine Zeit für Dirk Müller

„Dirk Müller: Die meisten kaufen Aktien, wenn es zu spät ist“, lese ich gerade auf finanzen.net. Ein Interview. Soll ich es lesen? Nee, Dirk Müller muss heute wirklich nicht sein. Ausserdem bin ich nicht „die meisten“. Ich kaufe Aktien nicht, wenn es zu spät ist (von ein paar Ausnahmen mal abgesehen). Nein, mein Hauptfehler ist: ich verkaufe Aktien zu früh. 

Vielleicht sollte ich mir diese eindrucksvoll lange Liste an die Wand kleben, zur Erinnerung: Münchner Rück, Johnson and Johnson, Microsoft, Sanofi-Aventis, Total, Cisco, Leoni, Almirall, Sto AG, Lufthansa, AstraZeneca, Sony, Baidu, Stratasys, Netflix, Chipotle Mexican Grill, Irobot, Amazon.

Viele der genannten Positionen hatte ich hier im Blog nie erwähnt, denn es waren nur kleine Positionen. Mit all diesen Aktien hätte ich schöne Gewinne machen können – aber nein, ich musste verkaufen. Nach dem Motto: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.“ Jetzt versuche ich, umgekehrt zu handeln: „Lieber die Taube auf dem Dach als den Spatz in der Hand.“ Für all diejenigen, die mich als Kontra-Indikator benutzen, gilt also: vielleicht sollte man mal über den einen oder anderen Verkauf nachdenken.

Sonntag, 12. Januar 2014

Mein Vorsatz für 2014: keine Aktien verkaufen!

Zugegeben, ich bin etwas schreibfaul geworden, habe aber keineswegs vor, meinen Blog aufzugeben. Deswegen ist es an der Zeit, mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben.

Mein wichtigster Vorsatz fürs neue Jahr: keine Aktien verkaufen! In der Vergangenheit habe ich fast jeden Monat irgendeine Position verkauft und mit dem Geld eine neue Position eröffnet... Das sind schätzungsweise 240 Euro an überflüssigen Transaktionskosten, denn meistens laufen die neuen Aktien auch nicht besser als die alten, die ich mit bescheidenem Gewinn verkauft habe...

Mein zweiter Vorsatz: Beim Dividenden-Teil meines Portfolios verstärkt auf ETFs setzen! (Ich unterstelle mal, dass mein Portfolio sich in Wachstumsaktien und Dividendentitel aufteilt.) Der Grund ist ganz einfach: bei Einzelaktien habe ich immer wieder negative Überraschungen erlebt. So ist die RWE-Dividende von 4,50 Euro (2009) auf 3,50 Euro und dann auf 2 Euro gefallen. Die spanische Telefónica hat ihre Dividende ein Jahr lang ganz ausgesetzt. Und auch K+S dürfte seine Dividende dem gefallenen Aktienkurs angleichen. Tja, Peter, könnte man mir jetzt entgegnen, RWE, Telefónica und K+S sind eben keine Dividenden-Aristokraten. Nein, sind sie nicht.


Keine Aktien verkaufen – das wird mir nicht leicht fallen. Ein Titel, der derzeit gut läuft, ist Wacker Chemie. Ich stehe mit 50 Prozent im Plus. Ich habe die Aktie quasi als Turnaround-Spekulation gekauft, ähnlich wie meine Spekulation mit der Commerzbank. Solche Aktien will ich relativ früh verkaufen, während andere sozusagen einen Stammplatz haben und unter keinen Umständen verkauft werden sollen. Beispiele wären SAP, Google oder McDonalds. Ebenso Evotec, wo ich zeitweilig 100 Prozent Kursgewinn hatte, aber keinen Gedanken an einen Verkauf verschwendet habe. Was mich ziemlich freut. Es zeigt nämlich, dass ich langsam die richtige Mentalität fürs langfristige Investieren entwickle. Wobei ich unter „langfristig“ mindestens drei bis fünf Jahre verstehe, und im Falle besonders guter Unternehmen durchaus mal zehn oder zwanzig Jahre... 

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Realtime Technology AG: Abschied aus dem Portfolio

Anfang 2012 hatte ich eine kleine Summe in die Realtime Technology AG investiert, eine Software-Firma, die sich auf 3D-Visualisierung spezialisiert hat. Von der Qualität des Unternehmens war ich hundertprozentig überzeugt. Vor allem wegen der illustren Kunden aus den verschiedensten Wirtschaftssektoren: Adidas, Airbus, Audi, BASF, BMW, Daimler, Electrolux, Eurocopter, Ferrari, General Motors, Harley-Davidson, Miele, Nissan, Porsche, Samsung, Sony Ericsson, The North Face, Toyota und Volkswagen. Auch die Tatsache, dass Siemens Venture Capital an dem Unternehmen beteiligt war, erweckte durchaus mein Vertrauen. Ich nahm mir also vor, die Aktie mindestens zehn Jahre zu halten.

Realtime Technology AG gehört zu meinen besseren Anlage-Entscheidungen. Da es sich um einen Smallcap (Börsenwert: rund 185 Millionen Euro) mit niedrigem Streubesitz (knapp 16 Prozent) handelt, habe ich nur eine kleine Portion aufgebaut: rund 2 Prozent meines Portfolios. Im Nachhinein wünschte ich, ich hätte etwas mehr investiert.


Heute habe ich meine Aktien mit 55 Prozent Gewinn für 41 Euro pro Aktie verkauft... weil der französische Konzern Dassault Systemes die Realtime Technology AG übernehmen will. Da es sich um eine „freundliche“ Übernahme handelt und der Streubesitz wie gesagt winzig ist, gehe ich davon aus, dass die Übernahme problemlos über die Bühne geht... und Dassault hat bereits angekündigt, den Streubesitz zu 40 Euro aufkaufen zu wollen. Ich kann mir also nicht vorstellen, dass der Kurs noch wesentlich steigt. Und auf einen sogenannten Squeeze-out habe ich wirklich keine Lust.