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Donnerstag, 16. Februar 2012

Gewinne laufen lassen, Verlierer verkaufen

Viele Kleinanleger neigen dazu, Gewinner zu verkaufen und Verlierer weiterlaufen zu lassen – dabei sollte man es genau umgekehrt machen. Läuft eine Aktie gut, sollte man sie halten; läuft sie schlecht, sollte man verkaufen. Sonst könnte es einem gehen wie den Aktionären von Kodak. Die Abneigung, Verluste zu realisieren, kann also geradezu gefährlich sein... Und andererseits führen frühe Gewinnmitnahmen dazu, dass einem höhere Gewinne entgehen.

So weit die Theorie. In der Praxis kommt es leider allzu oft vor, dass die schönen Gewinne, die man laufen lassen wollte, plötzlich wieder verschwinden – der Eurokrise sei dank. Und wenn man mit Stop Loss arbeitet und eine Aktie bei zehn oder zwanzig Prozent Verlust verkauft, steht sie ein paar Monate später mit zehn oder zwanzig Prozent im Gewinn. Ob ich Gewinner laufen lasse oder nicht - meine Entscheidungen liegen häufig falsch. Daher auch der Untertitel dieses Blogs: „Gedanken eines genervten Kleinanlegers“.

Gewinne mitnehmen oder laufen lassen? Verluste realisieren oder die gefallene Aktie nachkaufen? Es dürfte womöglich am besten sein, sich bei dieser Entscheidung an fundamentalen Daten zu orientieren und nicht grundsätzlich jeden Verlierer zu verkaufen und jeden Gewinner zu halten. Bei RWE ärgert es mich noch heute, dass ich nachgekauft habe – bei Netflix hingegen stehe ich dank Nachkaufen mit 25 Prozent im Plus. 

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Kleiner Jahresrückblick

Vielleicht sollte ich mein Geld unter der Matratze verstecken statt Aktien zu kaufen. Matratze? Ja, die scheint mir sicherer als Festgeld oder Tagesgeld, sollte es eines Tages zu einem Bank Run kommen. Okay, vielleicht übertreibe ich. Jedenfalls habe ich 2011 – und das ist das Positive – zum ersten Mal Buch geführt über Dividenden und realisierte Kursgewinne. Deren Summe ist (leider) nur halb so gross wie meine Papierverluste, RWE und E.on sei Dank.

RWE hat mir auch gezeigt, wie falsch es sein kann (aber nicht muss), bei fallenden Kursen nachzukaufen. Elektrizität braucht doch jeder jeden Tag, dachte ich, da kann man doch ein paar Aktien kaufen, oder? Von wegen. Derzeit behaupten viele Experten, gegessen und getrunken werde ja immer – und empfehlen fleissig, Nestlé zu kaufen. Leider ist die Aktie nicht sehr weit von ihrem Allzeithoch entfernt. Da zocke ich doch lieber ein bisschen mit Nokia. Wieviel Geld vertelefoniere ich im Jahr? Vielleicht sollte ich für die gleiche Summe Nokia-Aktien kaufen. Die sind nämlich nicht weit von ihrem Allzeittief entfernt. 

Mittwoch, 14. Dezember 2011

1sichten 1: Ergebniskontrolle

Die Serie 1sichten resümiert Einsichten über Fehler, die ich als Kleinanleger begangen habe und begehe - und über Ziele, die ich anstrebe.

Würde mich jemand fragen, ob ich mit Aktien Geld verdient habe – ich könnte keine ehrliche Antwort geben. Ich weiss es nicht!

Selten habe ich mit Verlust verkauft, häufiger habe ich kleine Gewinne realisiert. Meine Bilanz ist bestimmt positiv – wenn da nicht die Papierverluste im Portfolio wären. Ich gehöre unter anderem zu den Schlaumeiern, die glaubten, Strom werde ja wohl immer gebraucht – und RWE-Aktien für 60 Euro billig fanden. Also dürfte ich insgesamt im Minus stehen. Von diesen Papierverlusten müsste man aber wieder die Dividenden abziehen, die man eingestrichen hat...

Fazit: Ab jetzt werde ich zur Ergebniskontrolle meine Dividenden Jahr für Jahr in ein Excel-Dokument eintragen. Nur wer stets seine Dividenden addiert, weiss am Ende wirklich, wieviel Geld er verdient oder verloren hat. Erst 2011, nach zehn Jahren Gleichgültigkeit, habe ich damit begonnen. Es macht übrigens weit mehr Freude, als sich über die bodenlosen Kursstürze von RWE zu ärgern.