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Sonntag, 23. September 2012

Geduldig bis in den Tod

Ich muss ihn einfach zitieren, diesen Satz:

"Wer im Jahr 1926 Geld an den globalen Börsen anlegte und geduldig blieb, erzielte bis Ende 2011 inklusive Dividenden eine jährliche Rendite von 9,8 Prozent." Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: "Wer im Jahr 1926 (...) anlegte" und bis Ende 2011 geduldig blieb!

Ich weiss ja, die Lebenserwartung steigt. Wenn wir aber grosszügig annehmen, dass die betreffende Person im Jahre 1926 mindestens 15 war, wäre sie heute über 100 Jahre alt!

Viel witziger als meine Zeilen sind die Zeichnungen von Oliver Schuck ("Horst auf dem schnellen Weg zum Reichtum"), der die oben zitierte Statistik in fünf Bildern umgesetzt hat (nochmals danke für den Link, MB!):

http://www.graumarktinfo.de/gm/grauestars/hoerensehen/comic/:Comic--Horst-auf-dem-Weg-zum-Reichtum-%28Folge-238%29/641764.html


Quelle des Zitats:

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:ihr-vermoegen-abkassieren-mit-dividenden/70093254.html

Freitag, 10. Februar 2012

Dividend bubble?

Kleiner Nachtrag zum letzten Post: Auch ein Artikel beim US-amerikanischen Motley Fool wirft einen kritischen Blick auf das (auch bei mir beliebte) Modethema Dividenden. Unter dem Titel "Dividend Bubble" (Dividenden-Blase) wird darauf hingewiesen, dass z.B. der Tabakkonzern Altria seit 1998 nicht mehr so teuer war wie jetzt - die Aktie ist in den letzten zwei Jahren um fast 50 Prozent gestiegen.

Ich verfolge nach wie vor das Ziel, gut 50 Prozent Dividendenzahler im Portfolio zu haben. Der erwähnte Artikel macht allerdings klar, dass bei vielen Werten derzeit nicht gerade der beste Einstiegszeitpunkt ist, insbesondere bei US-Aktien.

Hier der Link:

http://www.fool.com/investing/general/2012/02/06/dividend-bubble-.aspx?source=isesitlnk0000001&mrr=1.00

Donnerstag, 9. Februar 2012

Herr Hanke mag keine Dividenden

"Dividendenstarke Aktien sind keine festverzinslichen Papiere!", hiess es jüngst in Hankes Börsen-Bibliothek. Hauptziel der Aktienanlage solle die Kurssteigerung sein.

Natürlich freue auch ich mich über Kurssteigerungen. Trotzdem möchte ich auf Dividenden-Titel nicht verzichten, obwohl ich nicht ausschliesslich auf eine Dividenden-Strategie setze.

Hier der Link zu dem interessanten Beitrag:

http://blog.wiwo.de/hankes-boersen-bibliothek/2012/02/03/dividendenstarke-aktien/

Sonntag, 8. Januar 2012

1sichten 3: Dividenden-Träume

Die Serie 1sichten resümiert Einsichten über Fehler, die ich als Kleinanleger begangen habe und begehe - und über Ziele, die ich anstrebe. 


Wenn man einen Traum a priori als unerreichbares Ziel verwirft, bleibt er unerreichbar, weil man gar nicht erst den Versuch unternimmt. Dass Flugzeuge heute zum Alltag  gehören, liegt an Menschen, die an ihre Träume geglaubt haben. Mit dem Zinseszinseffekt reich zu werden, ist solch ein Traum. Den halte ich tatsächlich für unerreichbar. Mit einem Dividenden-Portfolio einen gewissen Wohlstand zu erreichen, ist ebenfalls so ein Traum. Aber den halte ich für erreichbar: vorausgesetzt, es gibt weiterhin Unternehmen, die Gewinne erwirtschaften und einen Teil als Dividenden an ihre Aktionäre weitergeben.


Mein Traum sieht so aus: Im ersten Jahr meines Traums bekomme ich 1000 Euro Dividende, im zweiten Jahr 1150 Euro, also 15 Prozent mehr. Ich erwarte nicht einmal, dass die Firmen meines Portfolios die Dividende erhöhen. Nein, ich träume davon, dass die Dividenden nicht sinken und ich genug Geld sparen kann, um Aktien nachzukaufen, jedes Jahr 15 Prozent. Im zehnten Jahr flössen dann 4045 Euro an Dividenden, im zwanzigsten 16.366 Euro, im dreissigsten 66.212, im vierzigsten 267.864 Euro... Wer die richtigen Firmen auswählt, sollte durchaus Chancen haben, einen solchen Traum zu verwirklichen. McDonalds zum Beispiel hat seit 1976 jedes Jahr seine Dividende erhöht. Auch bei Coca-Cola und Procter & Gamble gehören Dividendenerhöhungen zur Tradition.

Dieser Post soll lediglich die Wichtigkeit von Dividenden hervorheben und zeigen, wie stark die jährlichen Dividenden-Einnahmen eines Kleinanlegers steigen könnten, wenn er jedes Jahr Aktien zukauft und keine Nieten im Portfolio hat. Mein Post will also mehr motivieren als informieren. Was beim Kauf von Dividendentiteln konkret zu beachten ist, wird zum Beispiel hier zusammengefasst:

Dienstag, 20. Dezember 2011

1sichten 2: über Dividenden

Die Serie 1sichten resümiert Einsichten über Fehler, die ich als Kleinanleger begangen habe und begehe - und über Ziele, die ich anstrebe.


Viele Finanzbücher erfreuen den Leser mit Beispielen zum Zinseszinseffekt. Da erscheint dann ein weitsichtiger junger Mensch, der mit 20 Jahren 10.000 Euro anlegt, jährlich 5 Prozent Zinsen einstreicht und mit 60 Jahren stolze 70.400 Euro besitzt. Dass es einer schafft, jedes Jahr einen so satten Zins zu bekommen – gut, dass Ganze ist ja nur ein Beispiel. Man kann ja schlecht schreiben: Hans legt im Alter von 20 Jahren 10.000 Euro an, für die er im ersten Jahr 5 Prozent bekommt, im zweiten Jahr 4,5 Prozent, im dritten Jahr 3 Prozent... Auch Steuern werden in solchen Beispielen selten erwähnt.

 Heute jedoch müssen sich Sparer damit abfinden, dass mit dem Zinseszinseffekt niemand reich wird. Vermutlich reicht er nicht einmal, um die Inflation zu schlagen. Aber übertragen wir den strategischen Gedanken einer stetigen Steigerung mal auf Aktien, die Dividenden zahlen. Nehmen wir an, ein Kleinanleger hat im Jahre 2011 insgesamt 1000 Euro an Dividenden erhalten und will dieses Geld in weitere Dividenden-Titel reinvestieren. Was müsste er tun, um 2012 insgesamt 1.100 Euro an Dividenden einzunehmen, zehn Prozent mehr als im Vorjahr?

Auch dies ist ein Beispiel, weswegen wir annehmen, dass er Aktien einer soliden AG kauft, die ihre Dividende nicht gerade kürzt. Bei einer Dividenden-Rendite von knapp über fünf Prozent müsste er für lediglich 2000 Euro Aktien zukaufen, um seinen Dividenden-Fluss von 1000 Euro um 10 Prozent auf 1100 Euro zu erhöhen. Das mag eine Milchmädchen-Rechung sein, denn wenn nicht die neu dazugekaufte AG ihre Dividende senkt, dann tut dies vielleicht eine andere Gesellschaft im Portfolio des Anlegers. Trotzdem: um bei meiner Bank 100 Euro Zinsen zu bekommen, müsste ich ein Jahr lang 5000 Euro zu zwei Prozent Zinsen anlegen... Da kaufe ich doch lieber für 2000 Euro Aktien und kassiere ebenfalls 100 Euro. Oder sollte ich die 2000 lieber in möglichst kleine Goldmünzen umtauschen, damit die Händler möglichst viel daran verdienen, und zur Bewachung meines Goldschatzes eine Armbrust im Online-Shop des unsäglichen Herrn S. kaufen?

Mittwoch, 14. Dezember 2011

1sichten 1: Ergebniskontrolle

Die Serie 1sichten resümiert Einsichten über Fehler, die ich als Kleinanleger begangen habe und begehe - und über Ziele, die ich anstrebe.

Würde mich jemand fragen, ob ich mit Aktien Geld verdient habe – ich könnte keine ehrliche Antwort geben. Ich weiss es nicht!

Selten habe ich mit Verlust verkauft, häufiger habe ich kleine Gewinne realisiert. Meine Bilanz ist bestimmt positiv – wenn da nicht die Papierverluste im Portfolio wären. Ich gehöre unter anderem zu den Schlaumeiern, die glaubten, Strom werde ja wohl immer gebraucht – und RWE-Aktien für 60 Euro billig fanden. Also dürfte ich insgesamt im Minus stehen. Von diesen Papierverlusten müsste man aber wieder die Dividenden abziehen, die man eingestrichen hat...

Fazit: Ab jetzt werde ich zur Ergebniskontrolle meine Dividenden Jahr für Jahr in ein Excel-Dokument eintragen. Nur wer stets seine Dividenden addiert, weiss am Ende wirklich, wieviel Geld er verdient oder verloren hat. Erst 2011, nach zehn Jahren Gleichgültigkeit, habe ich damit begonnen. Es macht übrigens weit mehr Freude, als sich über die bodenlosen Kursstürze von RWE zu ärgern. 

Dienstag, 13. Dezember 2011

Strafvollzug mit Dividende

Wie mir aufgefallen ist, bieten Dienstleistungs-Firmen heutzutage lieber „Lösungen“ an als simple Dienste. „Lösung“ hört sich ja irgendwie gut an. Du willst nichts verkaufen, sondern jemand hat ein Problem und du hast die Lösung dafür. Besonders lösungsfreudig sind Anbieter von Outsourcing.  In den USA werden selbst Gefängnisse von privaten Dienstleistern geführt. Zum Beispiel von der Corrections Corporation of America, deren Aktien übrigens an der Börse gehandelt werden und eine gute Dividende zahlen. Wieder so ein geiles Wort, „corrections“. Auch diese Firma bietet „Lösungen“ an, die sie als „correctional solutions“ beschreibt. Hört sich irgendwie nach Besserungsanstalt an. Ich frage mich übrigens, wie das in den USA mit Hinrichtungen ist. Sind die Henker noch beim Staat angestellt oder wird auch hier Outsourcing betrieben? Sollte letzteres der Fall sein, wie könnte die Hinrichtungsfirma auf ihrer Website die entsprechende „Lösung“ bewerben?