Sonntag, 8. Januar 2012

1sichten 3: Dividenden-Träume

Die Serie 1sichten resümiert Einsichten über Fehler, die ich als Kleinanleger begangen habe und begehe - und über Ziele, die ich anstrebe. 


Wenn man einen Traum a priori als unerreichbares Ziel verwirft, bleibt er unerreichbar, weil man gar nicht erst den Versuch unternimmt. Dass Flugzeuge heute zum Alltag  gehören, liegt an Menschen, die an ihre Träume geglaubt haben. Mit dem Zinseszinseffekt reich zu werden, ist solch ein Traum. Den halte ich tatsächlich für unerreichbar. Mit einem Dividenden-Portfolio einen gewissen Wohlstand zu erreichen, ist ebenfalls so ein Traum. Aber den halte ich für erreichbar: vorausgesetzt, es gibt weiterhin Unternehmen, die Gewinne erwirtschaften und einen Teil als Dividenden an ihre Aktionäre weitergeben.


Mein Traum sieht so aus: Im ersten Jahr meines Traums bekomme ich 1000 Euro Dividende, im zweiten Jahr 1150 Euro, also 15 Prozent mehr. Ich erwarte nicht einmal, dass die Firmen meines Portfolios die Dividende erhöhen. Nein, ich träume davon, dass die Dividenden nicht sinken und ich genug Geld sparen kann, um Aktien nachzukaufen, jedes Jahr 15 Prozent. Im zehnten Jahr flössen dann 4045 Euro an Dividenden, im zwanzigsten 16.366 Euro, im dreissigsten 66.212, im vierzigsten 267.864 Euro... Wer die richtigen Firmen auswählt, sollte durchaus Chancen haben, einen solchen Traum zu verwirklichen. McDonalds zum Beispiel hat seit 1976 jedes Jahr seine Dividende erhöht. Auch bei Coca-Cola und Procter & Gamble gehören Dividendenerhöhungen zur Tradition.

Dieser Post soll lediglich die Wichtigkeit von Dividenden hervorheben und zeigen, wie stark die jährlichen Dividenden-Einnahmen eines Kleinanlegers steigen könnten, wenn er jedes Jahr Aktien zukauft und keine Nieten im Portfolio hat. Mein Post will also mehr motivieren als informieren. Was beim Kauf von Dividendentiteln konkret zu beachten ist, wird zum Beispiel hier zusammengefasst:

Mittwoch, 4. Januar 2012

Einstandskurse vergessen?

Ich lese gerade „Der entspannte Weg zum Reichtum“ von Susan Levermann. Mein Ziel ist nicht unbedingt Reichtum, sondern Vermeidung von Armut – ich glaube nämlich nicht, dass unser Schuldenstaat in der Lage sein wird, seinen Bürgern ausreichende Renten zu bezahlen.

Zurück zum Buch, von dem ich heute nur ein kleines Detail ansprechen will: den überaus interessanten Ratschlag der Autorin, man solle seine Einstandskurse vergessen. Wenn ich die ehemalige Fonds-Managerin richtig verstehe, meint sie, der Einstandskurs erschwere es dem Anleger, seine Aktien nach vorher festgelegten quantitativen Kriterien zu verkaufen. Vermutlich liegt sie damit nicht so falsch. Ich selbst gehöre zu den Leuten, die grundsätzlich nur mit Gewinn, und sei er noch so klein, verkaufen wollen. Wie so vielen Amateur-Anlegern fällt es mir schwer, Verluste zu realisieren – was manchmal in der Tat besser ist, als Papierverluste auszusitzen. 

Montag, 2. Januar 2012

Ein Vorsatz fürs neue Jahr

Es gibt eine Form der Streuung oder Diversifizierung, die leicht in Vergessenheit gerät – zumindest bei undisziplinierten Anlegern, zu denen ich mich selbst zähle. Wohl jedes Börsenbuch empfiehlt, ein Portfolio von verschiedenen Werten aus verschiedenen Sektoren aufzubauen. Aber nicht jeder Autor erwähnt eine Regel, die mindestens genauso wichtig ist: die zeitliche Streuung der Käufe. Angenommen, jemand will im Jahr 2012 die Summe von 12.000 Euro investieren: dann sollte er nicht alles auf einen Schlag in Aktien stecken, sondern z. B. viermal je 3000 Euro investieren oder sechsmal 2000; vielleicht sogar zwölfmal 1000 (was natürlich die Transaktionskosten in die Höhe treibt). Damit reduziert er die Wahrscheinlichkeit, seine Aktien zum schlechtesten Zeitpunkt zu kaufen. Sollten die Börsen allerdings nochmal in den Keller rauschen, darf man vermutlich beherzter zugreifen.

Ich selbst missachte solche Regeln nicht selten, weil ich zu impulsiven Käufen neige. Als ich im Mai Liquidität hatte, habe ich innerhalb weniger Wochen fast alles angelegt. Als dann der Sommerschlussverkauf kam, hatte ich mein Pulver bereits verschossen. Daher der Vorsatz: Im neuen Jahr wird zeitlich gestreut.