Vielen Anlegern
fällt es schwer, Verluste zu realisieren. Mir geht es im Prinzip nicht anders.
Ausserdem habe ich mir ja vorgenommen, meine Aktien mindestens drei, besser
noch fünf oder zehn Jahre zu halten. Da wäre es doch dumm, eine Aktie nach ein
oder zwei Jahren rauszuwerfen, nur weil es nicht so gut läuft, oder?
So ganz sicher
bin ich da nicht. Es kommt auf das Unternehmen an. Und wenn man im Nachhinein
überzeugt ist, dass es sich um ein schlechtes Unternehmen oder einen nicht
gerade zukunftsträchtigen Sektor handelt, sollte man sich seinen Fehler eingestehen und Verluste realisieren. Ich habe das in den letzten Jahren mehrmals getan.
Beispiel Vale: am
24.8.2015 mit 70 Prozent Verlust für 3,16 Euro verkauft – heute wird die Aktie für 2,39 Euro gehandelt.
Beispiel RWE: am
15.9.2013 mit 51,6 Prozent Verlust für 25,29 Euro verkauft: Aktueller Preis:
11,10 Euro.
Bei Tesco hatte
ich Glück und konnte sogar 1,8 Prozent Gewinn machen, als mir klar wurde, dass
dieses „Value Play“ in die Hose gehen würde: Ich verkaufte die Aktie am
26.6.2015 für 3,15 Euro; derzeit steht sie bei 1,99 Euro.
Fazit: eine
Aktie, die bereits 50 Prozent verloren hat, kann leicht nochmal 50 Prozent
verlieren. Und wenn man nicht mehr an die Zukunft eines Unternehmens glaubt,
sollte man wirklich verkaufen, so hoch der Verlust auch sein mag. Danke für die
Lektion, RWE!